Was ist Tantra?

„Stelle dich gleich außerhalb des geistigen Fortschreitens, außerhalb der Versenkung, außerhalb der kunstvollen Streitgespräche, außerhalb des Forschens, außerhalb der Meditation über die Göttlichkeiten, außerhalb der Konzentration und des Rezitierens von Texten. Sag, welches ist die absolute Wirklichkeit, die keinerlei Zweifel lässt? Höre wohl! Binde dich nicht länger an dies oder jenes, bleib in deiner wahren, absoluten Natur, spiele friedlich mit der Wirklichkeit der Welt." (Abhinavagupta, der große tantrische Philosoph, der im 5. Jahrhundert in Kaschmir lebte)

Tantra ist keine Religion, sondern eine tausende Jahre alte indische Lebens- und Praxisform. Sie akzeptiert und schließt in ihre Betrachtung ein: alle menschlichen Zustände, Wahrnehmungen und Möglichkeiten.
Alles darf sein, und durch die unbewertende Betrachtung kann sich die Wahrheit der Dinge erschließen. Aus der vollen Entspannung kommt, dass alles so ist, wie es ist. Werde also zum Beobachter, der alles wahrnimmt: die Umwelt, die Innenwelt, die eigenen Gedanken. Laß dich nicht verführen. Du bist nicht deine Gedanken, du kannst sie wahrnehmen.
Unter anderem wird die Sexualität nicht aus der Wahrnehmung verdrängt und mit Verboten und Ängsten belegt, sondern wird zu einem Pfad spiritueller Entwicklung durch die Vereinheitlichung von Körper und Geist, Sex und Herz, Männlichem und Weiblichem.

Tantra verbindet alles. Das Wort "Tantra" kommt von "Weben, Verbinden", und bezeichnet die Weltsicht, dass alle Dinge, die existieren, zusammengehören und untrennbar, sich gegenseitig beeinflussend existieren, so wie es seit kurzem die Quantenphysik auch wiederentdeckt.

 

Besucherzähler
© Karsten Wolf 2017
www.tiefenschicht.de
tiefenschicht@posteo.de