Die männliche Erektion

Der männliche Lingam ist ein wunderschönes Körperteil, uns zur Freude und das Tor zur Lust. Er ist so gebaut, dass er sich in der Entspannung und in einer liebevollen Umgebung groß wird und sich aufrichtet, und die männliche konzentrierte Energie repräsentieren kann.
In früheren Zeiten wurde der Lingam inform des Phallus verehrt, und stand im Mittelpunkt der öffentlichen Wahrnehmung. Heute wird er oft als häßlich, gewalttätig und zielorientiert wahrgenommen. Viele Männer sehen sich unter einem Leistungszwang, sofort bereit und steif zu sein.
Eine Heilung umfasst somit viele Bereiche.
In einer tantrischen Massage oder Vereingung darfst du deine Verspannung loslassen, und dich so zeigen, wie du bist.
Ein Schlüsselerlebnis hatte ich mit einer Freundin, als wir miteinander nackt im Bett lagen, und beschlossen, uns einfach ineinanderzustecken und nichts zu tun. Wir lagen da und ließen unsere Gedanken frei fließen. Mit der Zeit bemerkten wir, dass unsere Becken langsam anfingen, sich zu bewegen, miteinander zu kommunizieren. Mehr und mehr wurden wir bewegt; die Körper drückten sich selbst aus, und nicht mehr wir oder unsere Lust im Kopf zwangen ihnen unseren Willen auf. Dieses Gefühl war großartig, und es fühlte sich sehr entspannend und tief lustvoll an.
Andererseits muß ich beim Empfangen einer Lingammassage oft den gebenden Frauen erklären, dass es nicht schlimm ist, wenn mein Lingam nicht immer steif ist. Er ist nämlich schlaff genauso empfindlich, oft sogar für die feinen Berührungen noch empfindlicher. Öffnen wir Männer uns für dieses entspannte "Alles-Darf-Sein", dann bemerken wir mit der Zeit, dass unsere Männlichkeit nicht auf unserem steifen Lingam beruht, sondern auf unserem Geöffnetsein, unserer Lebendigkeit; aus unserer innersten Tiefe kommt die Männlichkeit.
Ich liebe es auch, mich selbst zu erregen und zu streicheln. Um dies so entspannt und wirklich lustvoll zu können, mußte ich ziemlich lange lernen, die blöden Bilder, die wir von Gesellschaft und Kirche dazu haben, zu verlernen: Selbstbefriedigung hilft dir, dich selbst kennenzulernen und deine Erkenntnisse deiner Partnerin weiterzugeben. Selbstbefriedigung kann man auch neben und mit seiner Partnerin machen, sich zeigen und aneinander erfreuen.
Unser gesellschaftlicher Umgang mit Sexualität und mit der männlichen Sexualität im speziellen bedarf einer großen Entspannung und Reinigung. Männlicher Sex ist kraftvoll und weich zugleich. Das Spiel in den Zuständen, die kommen und gehen dürfen wie sie wollen, befreit. Offene Kommunikation zwischen Liebenden ist ebenso ganz wichtig. Wenn man sich sagen darf, was man fühlt und wünscht, ist befreiender Sex möglich.
Sex kann man nicht gleich, sondern man muß ihn erlernen. Dabei darf man Mensch sein, und Fehler machen.



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