Die tantrische Lebenseinstellung leitet mich durch das Leben.

"Tantra" bdeutet "Weben" oder "Zusammenfügen". Ich verstehe darunter, dass man mit dem tantrischen Wissen die Fähigkeit erwirbt, sich in das große mystische Sein des Lebens einzufügen. Das bedeutet, dass ich mich, weil das Tantra sich mit den Tabus auseinandersetzt, mit den Ängsten des Lebens auseinandersetzen kann. Das führt dazu, dass ich - ohne zu wissen, was alles zusammenhält- doch zugehörig zum Leben fühle, hoffnungsvoll, verbunden - ohne eine Religion dafür zu mißbrauchen.

Wir leben in einer Gesellschaft, die die Ängste nicht wahrnehmen möchte und darum an den Rand oder ins Unsichtbare drängt: Älterwerden und Sterben, Behindert sein oder Krank. Dies aber gehört alles zum Leben und sollte uns nicht Angst machen. Oder: wir können der Angst ins Auge schauen und von ihr lernen. Die Indianer sagen: "Der Tod ist unser lebenslanger Begleiter. Er sitzt auf der linken Schulter."

Diese Verdrängung hat in unserer Gesellschaft dazu geführt, dass wir überreagieren: unbedingt besonders sein wollen, unbedingt etwas erreichen wollen im Leben; überkontrollieren im Verordnungs-, Absicherungs- und Hygienewahn. Das führt zu einer Lebensweise, die zwar logisch das beste tut, aber auf dieser Erde können wir nicht so weiterexistieren.

Unter dem Namen "Tantra" haben sich die für mich tiefgehendsten Menschen versammelt, und ich habe mich unter diesen Rahmen gestellt, obwohl es mir nicht gefällt, dass wir alle Begriffe und Handlungen aus dem indischen Sanskrit entlehnen. Viel lieber wäre es mir, dies als "Leben" oder "Einfach Sein" zu bezeichnen, denn oft sind es die einfachsten Dinge, die einfach werden, wenn man die Augen (und alle Sinne) gegenüber allem immer offen hält. Das gelingt nur, wenn man keine Angst hat.

Tantramassage ist kein Tantra, sondern eine Dienstleistung eines Tantrikers, der dadurch einen Einblick in sein Sein gibt. Welche Lebenshaltung der Massageempfänger hat, ist unbestimmt.
Und doch gibt es einige Begrenzungen für die Massageempfänger: Tantramassage ist keine erotische Massage, obwohl sie auch die Geschlechtsorgane mit berührt. Sie tut das aber nicht als Ziel, sondern, weil die Geschlechtsorgane einfach auch zum Körper gehören. (Im Übrigen sind es keine Geschlechtsorgane, sondern Schönheits- und Tranceorgane).

Ich werde bei einer tantrischen Massage zum Kanal, der dem Universum erlaubt, seine Energien durch meinen Körper und meine Hände auf den Massageempfänger wirken zu lassen. Der Empfänger kann seine Konditionen wahrnehmen und loslassen.

Seit meiner Jugend genieße ich das Nacktsein, das Berühren und das Miteinander Still Werden. Sexualität ist für mein Verstehen keine Besitzbestätigung, sondern ein Forschungs- und Bewußtseinsfeld: zwei (oder mehr) Bewußtseins spielen und können verschmelzen.

Lass dich von Herzen einladen in meinen Raum des Seins!

Karsten

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